PROLAPS

Wenn der Boden keinen Halt mehr gibt

Autor: Lena Studer

Wenn der Boden keinen Halt mehr gibt

Senkungsbeschwerden sind zwar medizinisch nicht schwerwiegend, können die Lebensqualität jedoch erheblich beeinfl ussen. Die beste Prävention ist ein starker Beckenboden.

Zumeist trifft es Frauen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Vereinzelt können die Beschwerden jedoch bereits unter 40 auftreten. Die Rede ist von einer scheiden- oder Gebärmuttersenkung, in Fachkreisen auch Prolaps genannt – eine urogynäkologische Erkrankung, die vor allem bei Frauen mit schwachem Bindegewebe und unzureichend trainierter Beckenbodenmuskulatur entsteht. typisch ist unter anderem ein unangenehmes Druck- und Zuggefühl nach unten sowie ein Fremdkörpergefühl in der scheide. Zwar kann diese Erkrankung lediglich temporär auftreten, jedoch im ungünstigsten Fall auch dauerhaft bestehen bleiben.

Mit Eigeninitiative zum Ziel

Bei einer leichten Senkung stehen die Chancen gut, mit gezieltem Beckenbodentraining den Stützapparat, der alle Organe in dieser Körperregion zusammenhält, zu kräftigen. so besteht eine Übung etwa darin, den Beckenboden anzuspannen, indem scheide und after verschlossen und in die Körpermitte eingesogen werden. nach fünfsekündigem anhalten ist es nicht nur wichtig, die Anspannung loszulassen und zehn Sekunden lang zu entspannen, sondern auch zehnfach zu wiederholen und regelmässig zu trainieren. aber auch wer es schafft, seinen Lebensstil positiv zu beeinflussen, kann präventiv viel erreichen. hierzu zählt die Reduzierung von Übergewicht, genauso wie der Verzicht aufs Rauchen. Zudem gilt chronische Verstopfung als Auslöser, weshalb eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung empfehlenswert ist. raten Experten bei mittelschweren Beschwerden zu einem therapeutischen Pessar, um der scheide Halt zu geben, ist in schweren Fällen oft nur eine OP wirksam. Unerlässlich, so oder so: Jegliche Scham zu vernachlässigen und sich gynäkologischen Rat einzuholen – der erste Schritt, um die Beschwerden unmittelbar und gezielt anzugehen.

veröffentlicht: 04.12.2020