Gynäkologische Vorsorge

Nicht vornehmen, einfach hingehen

Autor: Lena Studer

Nicht vornehmen,  einfach hingehen

Regelmässige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen sind
das A und O, um gefährliche Krebserkrankungen zu verhindern.
Früh erkannt, kann den Patientinnen heute immer besser
geholfen werden.

Die gynäkologische Krebsfrüherkennung ist für Frauen oftmals mit einem mulmigen Gefühl verbunden. Bin ich gesund oder schlummert doch irgendwo in mir ein Tumor, der sogar schon gewachsen ist? Dass die Bedenken nicht ganz unbegründet sind, zeigen die Statistiken der Krebsliga Schweiz: Bei rund 2‘000 Frauen wird jedes Jahr eine Krebserkrankung im Genitalbereich diagnostiziert. 720 Patientinnen sterben laut Krebsliga Schweiz daran.

Warnsignal vaginale Blutungen

Mit 900 Fällen im Jahr ist der Gebärmutterschleimhautkrebs die häufigste Erkrankung. Die gute Nachricht: Das sogenannte Endometriumkarzinom hat eine vergleichsweise gute Prognose. Zumeist wird es aufgrund einer vaginalen Blutung in einem frühen Stadium entdeckt. Da Blutungen nach den Wechseljahren die häufigsten Warnzeichen eines Endometriumkarzinoms sind, sollten Frauen jede Blutung, die nach der Menopause auftritt, von einem Gynäkologen abklären lassen. 

Weniger häufig als Gebärmutterschleimhautkrebs sind Eierstockkrebs, Gebärmutterhalskrebs oder Krebserkrankungen des äusseren Genitals und der Scheide, die sogenannten Vulva- und Vaginalkarzinome. Wie bei vielen anderen Krebsarten auch, ist jedoch für den Erfolg der Behandlung eine frühe Diagnose notwendig. Grund, weshalb kein Weg an der Krebsfrüherkennung vorbeiführt. Gerade junge Frauen, die sexuell aktiv sind, sollten sich regelmässig gynäkologisch untersuchen lassen – insbesondere, um Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen, aber auch um etwaige andere Geschlechtskrankheiten auszuschliessen.

Keine Scheu vorm Untersuchungsstuhl

Der erste Abstrich sollte normalerweise nach dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Alternativ wird ab dem 21. Le­bensjahr dazu geraten. Anschliessend muss gemäss neuer Empfehlungen aus dem Jahr 2018 der Vorsorgeabstrich in der Schweiz nur noch alle drei Jahre erfolgen – vorausgesetzt, das Abstrichresultat war normal. 

Doch welche Untersuchungen gehören noch dazu? Neben dem rund 30 Minuten dauernden Vor- und Nachgespräch sind etwa zehn bis 15 Minuten für die körperliche Untersuchung vorgesehen. Neben der genaueren Untersuchung der äusseren Geschlechtsorgane inklusive Vulva mit Klitoris, äusserer und innerer Lippen sowie Harnröhrenmündung und Vaginaeingang nimmt der Gynäkologe zudem den Gebärmutterhals, die Vaginawände sowie Eierstöcke und Gebärmutter unter die Lupe. Ergänzt wird die Vorsorgeuntersuchung zumeist durch eine Untersuchung der Brüste. 

Generell gilt: Regelmässige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen sind das beste Mittel, um Krebserkrankungen frühzeitig zu behandeln und letztlich erfolgreich zu heilen. Der beste Tipp, damit dies auch gelingt: einfach hingehen!

veröffentlicht: 10.09.2020