Immundefekt

Immundefekte sind heute gut therapierbar

Im Interview: Dr. Thomas Hauser | Branded Content

Bis zu vier Atemwegsinfekte pro Jahr gelten als normal. Doch was, wenn es mehr sind? Und wie kann ich das Immunsystem schützen? Dr. Thomas Hauser hat die Antworten.

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Immunologie-Zentrum Zürich (IZZ)

Dr. med. Thomas Hauser - Facharzt für Allergologie, Immunologie und Innere Medizin

Web: www.immunologie-zentrum.ch

Immundefekte sind heute gut therapierbar

Dr. Hauser, was sollten Betroffene bei mehr als vier Atemwegsinfekten tun?

Dies muss nicht zwangsläufig für eine Immunschwäche sprechen, sollte aber genauer untersucht werden. Wichtig ist eine detaillierte Krankengeschichte, um zu wissen, wie viele Defekte von einem Organbereich ausgehen, genauso wie eine Blutuntersuchung. Dabei untersuchen wir die weissen Blutkörperchen und die Konzentration von Antikörpern.

Was ist dann therapeutisch möglich?

Gibt es Auffälligkeiten, werden Impftests durchgeführt. Man gibt eine Tetanus- und Pneumokokkenimpfung und schaut, ob der Körper Antikörper gegen diese Impfungen bildet. Inzwischen gibt es mehr als 300 molekular-genetischdefinierte Immundefekte. Liegt ein schwerer kombinierter Immundefekt vor, kommt eine Knochenmarktransplantation infrage. Bei leichteren Formen, etwa bei einem Immunglobulinmangel, geben wir Infusionen.

Wie kann man das Immunsystem noch stärken?

Impfungen sind eine wissenschaftlich gut dokumentierte Methode, das Immunsystem zu stärken. Hinzu kommen allgemein lebenshygienische Massnahmen, wie genügend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung – auch mit tierischem Eiweiss – sowie Bewegung, Nikotinverzicht und wenig Alkohol. Stress zählt nicht – wie häufig angenommen – automatisch zu den Risikofaktoren.

Warum ist es für den Körper von Vorteil hin und wieder Infekte durchzumachen?

Man stärkt die Antwort gegen diesen Infekt. Es gibt einige Infekte, die nicht zu einer lebenslänglichen Immunität, sondern mit der Zeit zu einer abklingenden Immunität führen. Bei bestimmten Viren müssen Sie einen Infekt immer wieder durchmachen. Der Kontakt zum Virus muss immer aufs Neue hergestellt werden, um das immunologische Gedächtnis zu erhalten.
 

veröffentlicht: 11.09.2020