Brustkrebs

Chemo bei Brustkrebs – oder nicht?

Autor: Lukas Burger

Übelkeit, Haarausfall, Müdigkeit – nur einige, der gefürchteten Nebenwirkungen der Chemotherapie. Moderne Diagnostik in Form eines Genomtests hilft, unnötige Behandlungen zu vermeiden. 

Kontakt

Exact Sciences International Sàrl

Quai du Seujet 10

1201 Genève

Web: www.exactsciences.com

Die Covid-19-Pandemie ist für Frauen im doppelten Sinn folgenreich: Sie sind in Familie und Pflege extrem gefordert; zugleich verstellt die Pandemie den Blick auf andere schwere Frauenkrankheiten, wie bestimmte Krebsformen. Welche Frau kennt nicht die heimliche Besorgnis, die sich vor jeder Früherkennungsuntersuchung der Brust einschleicht – wenn sie überhaupt in Anspruch genommen wird.

Wir alle wissen: Krebsfrüherkennung rettet Leben. Denn je früher Tumoren erkannt werden, desto höher die Heilungschance. Wenn eine Operation nicht ausreicht, raten die Ärzte ihrer Patientin meistens zur Chemotherapie – allerdings oft ohne Not, denn ihr Tumor könnte auch ohne die schwer belastende und in Corona-Zeiten mit zusätzlichen Risiken verbundene Behandlung nicht wiederkommen. Aber wie findet Frau (und ihr Arzt) heraus, ob sie eine Chemotherapie benötigt oder nicht?

Genomtests schaffen Klarheit

Bis vor wenigen Jahren war es für Ärzte schwer zu entscheiden, ob sie ihren Patientinnen nach der Operation eine Chemotherapie empfehlen sollen oder nicht. Man wusste zwar, dass die Chemotherapie unterschiedlich wirkt, konnte das Ergebnis aber nicht im Einzelfall vorhersagen. Deshalb wurde in den Fällen, in denen unklar war, ob der Krebs zurückkehren wird, vorsichtshalber die Chemotherapie verordnet. Eine Therapie, die mit ihren oft schwerwiegenden Nebenwirkungen und Spätschäden die Patientinnen oft ihr gesamtes Leben belastet. 

Heute ist es möglich, für eine bestimmte Gruppe von Patientinnen, die einen hormonrezeptor-positiven und HER2-negativen Brustkrebs im Frühstadium haben, die Therapie individuell abzustimmen: Ein prädiktiver Genomtest identifiziert die Frauen, die keine Chemotherapie benötigen – und natürlich auch diejenigen, für die diese Behandlung lebensrettend sein kann. 

So funktioniert der Test

Der Test wird an dem bei der Brustoperation entfernten Tumorgewebe durchgeführt. Die Aktivität von über 20 Genen des Tumors wird untersucht. Anhand des Ergebnisses ist es möglich, vorherzusagen, ob eine Chemotherapie die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr des Krebses verändern würde oder ob eine alleinige Antihormontherapie ausreicht. 

Die weltweit grösste Studie, die je mit Brustkrebspatientinnen durchgeführt wurde, hat ein klares Ergebnis: Mehr als 80 Prozent dieser Frauen können guten Gewissens auf eine Chemotherapie verzichten – ohne ihre Heilungschancen zu verschlechtern.

Patientin: «Der Test nahm mir die Angst»

Eine der Frauen, die dank des Tests sicher auf eine Chemotherapie verzichten konnte, ist Christiane M. Sie denkt immer wieder an den Tag, als sie telefonisch ihre Diagnose erhielt. Ihr Mann war glücklicherweise zu Hause, ihre Söhne kamen gerade zurück aus der Schule. Ihnen davon berichten zu müssen, war grausam. Auch ihre Mutter hatte Brustkrebs. Dennoch löste ihre eigene Diagnose ein völlig neues Angstgefühl aus. 

Glücklicherweise war sie bei ihrem Arzt gut aufgehoben. Er riet ihr dazu, den prädiktiven Genomtest machen zu lassen. Das Resultat war eine Erleichterung: keine Chemo! «In dem Moment habe ich wieder daran geglaubt, dass ich den Krebs und nicht der Krebs mich besiegen würde,»  sagt sie im Rückblick. Es gibt aber auch Tage, an denen sie noch auf Kriegsfuss mit ihrer Krankheit steht. Durch die Antihormontherapie hat sie zugenommen. Aber: «Diese Momente dürfen nicht die Oberhand gewinnen. Das Leben ist kostbar.» Der Test hat Christiane M. ihre Lebenssicherheit zurückgegeben. Die Erleichterung, auf eine Chemotherapie verzichten zu können, gab ihr und ihrer Familie enormen Halt in einer unsicheren Zeit.

 

veröffentlicht: 26.06.2020