Bewegungsapparat

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Autor: Mark Krüger

Bewegungsapparat

Die Füsse spielen eine tragende Rolle in unserem Alltag – und für den gesamten Bewegungsapparat. Wer mit ihnen stiefmütterlich umgeht, riskiert Verletzungen und Fehlstellungen. Hier kommen Tipps für gesunde Füsse.

 

Er ist ein wahres Wunderwerk: der menschliche Fuss. Das Belegen allein diese beeindruckenden Zahlen: Um zu laufen, zu springen oder zu stehen braucht es pro Fuss 26 Knochen und zwei Sesambeine, knapp 30 gelenke, 60 Muskeln und 300 Bänder und sehnen. Dieser hochkomplexe Aufbau macht dieses Köperteil aber auch anfällig für Wehwehchen, Verletzungen und Fehlstellungen. Verstärkt wird das Risiko durch nicht fussfreundliches Verhalten. Stichwort: Schuhe.

Schuhe nicht morgens kaufen

Wenn es um den Kauf von Schuhen geht, spielen bei den meisten Menschen lediglich rein optische Kriterien eine Rolle. Damit riskieren sie zum Beispiel einen schmerzhaften Ballenzeh (Hallux valgus), eine der am häufigsten auftretenden Fehlstellungen des Fusses, oder eine verkürzte Achillessehne oder Knick-, senk- oder Spreizfüsse. Daher gilt es, beim Kauf einige Regeln zu beachten. Was viele nicht wissen, es gibt eine Tageszeit, die sich besser zum Schuhkauf eignet: Nämlich der Nachmittag oder der Abend. Dann sind die Füsse etwas geschwollen. Es besteht also nicht die Gefahr, zu kleine oder enge Schuhe zu wählen. Denn sie verschlechtern nicht nur die Durchblutung, auch die Muskeln und Bänder werden in ihrer Aktivität eingeschränkt. Aber auch zu weites Schuhwerk schadet, da der Fuss keinen Halt findet und beim Abrollen verrutscht, wodurch beispielsweise die Zehen bei jedem Schritt gestaucht werden.

Hohe Schuhe meiden

Von High Heels besser die Finger lassen. Der Grund: Beim Tragen lastet das ganze Gewicht auf dem Mittelfuss, wodurch es in diesem Bereich zu Beschwerden kommen kann. Langfristig droht eine verkürzte Achillesferse. Wer nicht auf hochhackige Schuhe verzichten kann, der sollte sie nicht länger als zwei Stunden am Tag tragen. Turnschuhe an, alles gut? Nur bedingt. Als erstes sollten Sneaker gut passen, Halt bieten und bequem sein. Dabei gilt die Regel, dass zwischen Zehen und Schuhrand etwa eineinhalb Zentimeter Platz sein sollte. Vermeiden: Überstehende Nähte und drückende Kanten und Modelle aus nicht atmungsaktivem Kunststoff. Grundsätzlich sollte auf Qualität bei der Fussbekleidung geachtet werden, das bedeutet – neben hochwertigen Materialien und guter Verarbeitung – auch ein ordentliches Fussbett.

Natürliches Abrollen garantiert

Den besten Ruf geniesst unsichtbares Schuhwerk. Gemeint ist, klar, das Barfuss laufen! Das ermöglicht ein natürliches Abrollen, trainiert die Muskulatur und kräftigt Bänder und Sehnen, da die Füsse schiefes Auftreten sofort bemerken und direkt ausgleichen. Unsere Füsse sind sozusagen die besseren schuhe. Daher: Wann immer es geht, raus aus den Schuhen und ihnen Bodenkontakt und Frischluft gönnen. Für die Stadt, wo schmutz und mögliche Verletzungsgefahren, etwa durch auf dem Boden liegende Scherben, an der Tagesordnung sind, bieten inzwischen einige Hersteller Barfussschuhe an. Sie schützen, ermöglichen aber gleichzeitig aufgrund der extrem dünnen Sohle das Gefühl von Barfuss laufen mit den genannten positiven Auswirkungen auf die Fussgesundheit.

Füsse trainieren

Einen positiven Effekt hat auch ein gezieltes Training der Füsse. Es gibt diverse Gymnastikübungen, mit denen gesundheitlichen Problemen vorgebeugt werden kann. Zum Beispiel das sogenannte Zehenkrallen, bei dem die Zehen – ähnlich einer Raupe – mehrmals hintereinander gestreckt und gebeugt werden, oder das Abrollen der Füsse über einen Tennisball eignen sich bestens, um seine Füsse fit zu halten. Es lohnt sich, ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, denn ein starker Auftritt nutzt dem gesamten Körper. Denn wackelt das Fundament, wirkt sich das auf das ganze Skelet aus: vor allem auf Knie und Hüfte, aber auch auf die Wirbelsäule.

veröffentlicht: 04.12.2020